20:0021:00
23. Jan
[ Konzert ]
+++ abgesagt +++ Special Show: Tan LeRacoon
  • Tan LeRacoon
  • Rock
  • 5,-
Veranstaltungs Bild
Es ist gar nicht so leicht, sich in diesen Zeiten eine Prise Optimismus und Kampfgeist zu bewahren. Irgendwie kommt es einem vor, als schreie jeder aneinander vorbei. Allerdings nur virtuell, weil keiner mehr den Arsch vom Rechner wegbekommt. Ok, das war polemisch. Aber irgendwie stimmt es nun mal. Und es trifft die Grundstimmung, die Tanju Boerue alias Tan LeRacoon ergriff, als er mit dem Schreiben neuer Songs begann, die nun zusammen das Album „Funeral Parade Of Roses“ ergeben. „Da ist tatsächlich eine grundsätzliche Frustration aus mir herausgebrochen – das Produkt jahrelanger Beobachtung des Abstumpfens der Menschen, die sich alles gefallen lassen. Im Grunde war mir schon nach dem letzten Album klar, dass mein nächstes Lebenszeichen politischer werden müsse, alleine schon um mir selbst gerecht zu werden.“ Wer Tan LeRacoons mal psychedelisch mäandernden, mal tief gecroonten, mal punkig rausgezischten Goth-Psych-Folk-Punk-Rock-Soul-Bastard von Sound kennt, der weiß jedoch, dass auch der pure Frust beim Blick auf die Welt bei ihm nicht zu einer straight heraus gebrüllten Antwort führen kann. „Funeral Parade Of Roses“ ist vielmehr der Versuch, der Verzweiflung etwas entgegenzusetzen. Mit allen kreativen Mitteln, die dieser weitgereiste Musiker zur Hand hat. „Meine Generation ‚glaubt‘, unglaublich aktiv gewesen zu sein und behauptet das immerzu. Ich stelle das zur Disposition. Nostalgie ist nicht wünschenswert. Ich mag nicht nach hinten gucken, sondern versuche im Hier und Jetzt zu leben und die Zukunft sinnvoll zu gestalten. Wir leben in einer vereinsamten, verdummten, verwöhnten Gesellschaft, der viel zu lange eine vereinfachte Sicht der Welt vorgesetzt wurde. Und sie haben es geglaubt. Wir haben es geglaubt. Was in meinen Texten vielleicht durchschimmert, ist diese Jugendkultur, die es früher gab, und die durch Social Media ein Stückweit verloren ging. Die Kids treffen sich nicht mehr und reden in ganzen Sätzen über das, was sie bewegt. Dennoch habe ich den Eindruck, dass sich junge Menschen viel gezielter engagieren. Aktiv zu sein, bedeutet ja nicht, schlecht gelaunt durch die Welt zu laufen. Wir können nur Menschen erreichen, wenn wir ihnen Alternativen bieten. Ich versuche meine Anliegen im Dialog zu vermitteln, so schwer das manchmal auch fällt. Es nützt nichts, nur eine Klientel anzusprechen, von der du weißt, dass sie eh deiner Meinung ist. Das mag zur Selbstbestätigung, aber auch zur Selbstbeweihräucherung führen. Ich finde die Vorstellung schön, dass die Leute die Songs mitsummen, mitsingen, ja, auch tanzen, und sich die Sätze im Unterbewusstsein festsetzen. Ein bisschen naiv vielleicht, aber auch optimistisch.“
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