Im Gespräch mit Bush.ida

Bushida by Mone Küsel
Deine Musik thematisiert oft Befreiung aus patriarchalen Strukturen, Queerness und radikale Zärtlichkeit – wie hat sich dieser Fokus über die Jahre entwickelt?

Ich würde sagen durch das Leben selbst: ich schreibe über das was mich bewegt.

Das neue Album BRENN ida BUSH verarbeitet persönliche Themen wie Schmerz, Traurigkeit und zugleich Hoffnung – wie viel davon ist autobiografisch, und wie viel ist erzählerische Fiktion?

Die Songs über Heartbreak, Depression und Anxiety: Autobiografisch – die queere Liebe und Aussicht auf ein Leben das mehr als ok ist: Manifestation.

In deinen Songs und Performances stecken starke politische Botschaften. Wie willst du mit deiner Kunst gesellschaftliche Veränderung anstoßen?

Wie kann ich nicht beeinflussen. Warum kann ich sagen: weil HipHop schon immer politisch war. Es ist für mich einfach Respekt vor der Schwarzen Kultur die uns HipHop geschenkt hat.

Deine Texte sind oft sehr direkt und kompromisslos – gab es Momente, in denen du gezögert hast, etwas zu veröffentlichen, weil es zu persönlich oder politisch war?

Mein neuester Song „Hart am Ffffff“ das Feature mit VENTURATHAGAY prod. von Aufmischen ist auf jeden Fall ein Song, bei dem ich bisschen gezögert habe, weil er so ironisch, direkt und plakativ dumm ist, dass ich fast so etwas wie ein, mir relativ unbekanntes, Schamgefühl hatte. Aber jetzt freu ich mich einfach nur über diese geile Kollaboration und den BANGER den wir gemacht haben.

Gibt es ein Thema, über das du (noch) keinen Song schreiben konntest, obwohl es dich beschäftigt?

Ja, ich frage mich wie ich noch mehr kritisch über mein weißsein und all die Privilegien, die damit einhergehen schreiben kann, ohne pathetisch oder „als ob ich wüsste wie Rassismus aus den Köpfen zu treiben“ ist, sondern eher über den Schmerz, der darin liegt, dass diese kolonialen Kategorien immer noch unsere Köpfe einengen und im Kontakt spürbar sind.

Welche Artists (auch außerhalb von Rap) haben dich inspiriert?

Ebow, Haiyti, Princess Nokia, SXTN

Wenn du deine Musik jemandem erklären müsstest, der noch nie Rap gehört hat – was würdest du sagen?

Mama, lass dich einfach drauf ein. Das darf gespürt werden, das musst du nicht verstehen.

Was soll das Publikum fühlen, wenn es nach einem Bush.ida-Konzert nach Hause geht?

Einmal alle Gefühle und das Gefühl, das es ok ist, alle Gefühle zu fühlen.

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geschrieben von pierre ed, am 12. Februar 2026
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