In der Ausstellung Cats & Dogs begegnen sich zwei künstlerische Positionen, die auf den ersten Blick gegensätzlich erscheinen und gerade darin ihre gemeinsame Spannung entfalten. Cindy Hennes arbeitet mit der Reduktion: Linien als präzise Setzungen, als rhythmische Verdichtung von Wahrnehmung und Erfahrung, die eine klare und konzentrierte Bildsprache erzeugen. Thomas Judisch hingegen operiert stärker im Gegenständlichen, im Fragment, im Fundstückhaften, das sich dem Raum einschreibt und narrative Andeutungen zulässt. Zwischen diesen Polen, Ordnung und Zufall, Kontrolle und Spiel, entsteht ein Dialog, der sich nicht auflöst, sondern bewusst offen bleibt. Die Ausstellung versteht „Cats & Dogs“ nicht als Gegensatzpaar, sondern als produktive Reibung zweier Systeme. Wie Katze und Hund bewegen sich die Arbeiten umeinander, beobachten, konfrontieren und ignorieren sich zugleich.
Hamburg und Dresden fungieren dabei nicht nur als Ausstellungsorte, sondern als zwei Koordinaten eines erweiterten Raums, verbunden durch Austausch und eine langjährige künstlerische Freundschaft. Im Zusammenspiel entsteht ein Feld, in dem sich Mikrostrukturen und Alltagsfragmente gegenseitig spiegeln. Striche werden zu Spuren, Objekte zu Zeichen. Cats & Dogs ist damit weniger eine thematische Ausstellung als ein Zustand: ein präzise gesetztes Nebeneinander, das Differenz nicht glättet, sondern sichtbar macht.