Die DIWO Werkwoche 2026 ist das einzigartige Workshop-Festival des Metaknoten e.V. unter dem Motto „Do It With Others“. An fünf Tagen bietet sie eine bunte Mischung aus Workshops, Vorträgen, Diskussionsrunden und multimedialen Abendveranstaltungen. Am sechsten Tag gipfelt das Programm in einer öffentlichen Vernissage mit Konzerten und Performances, bei der die entstandenen Arbeiten präsentiert werden. Das multidisziplinäre Format wird jährlich neu kuratiert und lädt internationale, genreübergreifend arbeitende Künstler*innen, Medienmacher*innen und DIY-Enthusiast*innen ein. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der aktiven Vernetzung mit dem lokalen Publikum, das nicht nur Zuschauer*in, sondern Mitgestalter*in wird.
Dieses Jahr
In Zeiten der Hyper-Digitalisierung gerät das körperliche und händische Arbeiten immer weiter in den Hintergrund. Stattdessen dominiert der Algorithmus und die Kreativität wird dem Computer überlassen. Die DIWO Werkwoche 2026 setzt dieser „Entmenschlichung“ der kreativen Arbeit ein neues Konzept entgegen:
Die Künstlerische Intelligenz als Krone des Schaffens und Wirkens,
eine kollektive, handwerkliche Praxis anstatt einer Software. Um diese KI im Rahmen der Werkwoche zu entwickeln, orientieren wir uns am klassischen Kunsthandwerk und verbinden die Verarbeitung von Materialien mit digitaler Medienkunst. Nicht um nostalgisch zu sein sondern um zu zeigen wie händisches Können im digitalen Zeitalter neu erlebbar wird.
Programm
15:00 - 19:00 Uhr: Analoge Pixelkunst mit Keramik
Lisa Legain
Fliesen und Mosaik sind eine seit dem Altertum angewendete Kunstform, die durch Pixel-Art seit einiger Zeit ein kleines digitales Comeback feiert. In diesem Workshop wird mithilfe von eingefärbten Tonmassen und verschiedenen Techniken (z.B. Nerikomi) ganz analog gepixelt.
Statt mit der Maus, werden die analogen Pixel hier mit den Händen geformt und angeordnet. Variation passiert in Farbe, Höhe bzw. Größe und Oberflächenstruktur. Ganz im Kontrast zur cleanen Arbeit am Bildschirm, gehört bei diesem Prozess ein bisschen mehr Dreck dazu, also zieht vielleicht nicht eure besten Klamotten an.
Was im digitalen Raum als „Glitch“ gewertet wird, entsteht in der analogen Realität von Arbeit mit Ton fast automatisch. Das Material merkt sich den Prozess, Farben vermischen sich mit der Zeit, Ungenauigkeiten sind unumgänglich. Gerade diese Spuren machen das Ergebnis in Zeiten von allgegenwärtigem AI-Slop umso liebenswerter.
Die entstandenen Arbeiten können in Absprache gebrannt und ggf. glasiert werden, müssen davor aber noch mehrere Tage trocknen.
Materialkosten: 20 €
Aufgrund begrenzter Plätze bei Workshops bitten wir um eine Anmeldung via tickets@metaknoten.net.
20:00 - 21:30 Uhr: Upcycling und Nachhaltigkeit in der Frühgeschichte
Dr. Karina Iwe
Nachhaltigkeit ist kein Phänomen der Gegenwart. Schon vor Tausenden von Jahren wurden Gegenstände umfunktioniert oder wieder nutzbar gemacht. Wie, das erklärt die Archäologin und Museumsleiterin Karina Iwe.
Archäologische Zeugnisse vergangener Kulturen zeigen, dass die Menschen schon in weit zurückreichenden Zeiten einen umsichtigen Umgang mit Objekten und Materialien pflegten. Im Vortrag werden Beispiele für die Weiternutzung und Umnutzung sowie "Upcycling" (zu dt. Wiederverwertung) und "Downcycling" (z. dt. Wiederaufbereitung, aber von weniger hoher Qualität) aus der Vorgeschichte aufgezeigt.
Zur Referentin: Dr. Karina Iwe ist Prähistorikerin und war an zahlreichen archäologischen Museen im In- und Ausland tätig, u.a. als Kuratorin am Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz und als Ausstellungsmanagerin für das Buchmuseum der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek in Dresden. Aktuell ist Iwe Leiterin des Museums Schloss Klippenstein in Radeberg (Sachsen).