Die Lyra war in der Antike ein gängiges Musikinstrument. Das Instrument geriet aber in Vergessenheit und erlebte erst Anfang des 20. Jahrhunderts eine Renaissance. 1926 wurde sie als die erste moderne Leier mit Stahlsaiten durch Lothar Gärtner (1902 Dresden - 1979 Waldshut) gebaut. Seitdem wurde die Leier hauptsächlich in den musiktherapeutischen und schulischen Bereichen gespielt und selten als Konzertinstrument betrachtet. Die Musikerin Emily Yabe hat sich als Aufgabe gesetzt, diese enge Beschränkung zu überwinden und die faszinierenden Möglichkeiten der Leier neu auszuloten. So arbeitet sie mit den zeitgenössischen Komponist*innen gemeinsam und hat bereits mehrere neue Werke für die Leier uraufgeführt.
Die neueste Komposition „Metaludium for Lyre“ von Thuon Burtevitz ist für ein Phämomen im Umgang mit der Leier komponiert, das normalerweise eher Probleme bereitet: Die Stimmung der Saiten. Thuon Burtevitz denkt Musik vom Stimmungssystem her. Die Leier als leicht zu stimmendes Instrument passt daher optimal zu der letztlich von Pythagoras in der Antike begründeten Suche nach einem Stimmungssystem, nach einer Ordnung im Chaos der Welt. Eigens für die Komposition „Metaludium for Lyre“ hat Thuon Burtevitz ein eigenes Stimmungssystem geschaffen, das einen neuen Blick auf die erstarrte Vorstellung von Konsonanz und Dissonanz eröffnet und damit auf das Problem unserer vorstrukturierten Einteilung von Welt. Aus den vielfältigen Intervallen und ihren Schwebungen werden die Rhythmen und Melodien der Komposition abgeleitet.
23.10.2026, 19 Uhr
Das Konzert wird circa eine Stunde dauern.
Ort: DenkRaum Sophienkirche, Sophienstr. 2, 01067, Dresden