18:0019:00
24. Jun
( Konzert )
Picknick Konzerte: Joris
Veranstaltungs Bild
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„Was wenn das kein Ende ist? Sag wieviel Willkommen steckt in Goodbye?“

Eine Frage, die sich zumindest im Fall von JORIS` neuem Album ziemlich eindeutig beantworten lässt. Seit jeher nutzt der 31-jährige Singer-Songwriter den Kreislauf aus Kommen und Gehen als lebensnotwendigen, kreativen Motor zur ständigen Veränderung und Weiterentwicklung. Keine neuen Anfänge ohne Abschiede, auch wenn das Herz dabei bisweilen bis zum Zerreißen auf die Probe gestellt wird. So wie auf seinem dritten Longplayer. Doch keine Sorge, mit „Willkommen Goodbye“ legt JORIS nun nicht etwa sein Farewell-Werk vor. Obwohl manche Stücke von Abschieden handeln. Plural. Aber auch von neuen Herausforderungen und einem weiteren Abschnitt auf seinem Weg. Willkommen.

Anfänglich sollte sein drittes Album den Titel „Nur die Musik“ tragen. So wie die erste Vorabsingle, die

JORIS im Sommer letzten Jahres veröffentlichte und die auf den 3. Platz der deutschsprachigen Radio-Jahrescharts schoss. Doch bekanntlich kommt es nicht selten im Leben anders, als ursprünglich geplant. Zum Glück, denn Unvorhergesehenes erforderte schon immer genau das Quäntchen Abenteuerlust, Spontaneität und Entdeckergeist, das notorisch Kreative wie JORIS antreibt. Zum allerersten Mal seit Release seines 2015 veröffentlichten Gold-Debüts „Hoffnungslos Hoffnungsvoll“ (aus dem der Platin-Megahit „Herz über Kopf“ hervorging) und dem drei Jahre später erschienenen Nachfolger „Schrei es raus“ hat der Sänger und Musiker sich nur auf die Albumaufnahmen konzentriert. Ohne parallel laufende Konzerte oder Festivalauftritte in ganz Deutschland. Aus bekannten Gründen. Stattdessen: Ruhe. Die nötige Entschleunigung, sich komplett auf die neuen Songs zu fokussieren. Vielleicht ein Grund, weshalb „Willkommen Goodbye“ so anders geworden ist. Und gleichzeitig so seltsam vertraut. Als würde man einen alten Freund nach langer Zeit wieder fest in die Arme schließen. Ganz ohne Abstand. Verrückt.

„Willkommen Goodbye“ transportiert eine neue Form der Entspanntheit. Einen direkteren, freieren Umgang mit sich und einer Welt im konstanten Fluss. JORIS` ganz persönliche Neudefinition im Jahr 2021. Eine Songsammlung zwischen melancholischem Schulterblick zurück und optimistischer Vorausschau auf zukünftige Umlaufbahnen. Elf Song-Satelliten, die das Gestern mit dem Morgen verlinken, dabei aber gleichzeitig fest im Hier und Jetzt verhaftet sind. So wie der bombastisch produzierte Opener „Sturm & Drang“, auf dem JORIS von der Macht der Phantasie erzählt. Von kindlichen Träumen und davon, sie auch als Erwachsener lebendig zu halten. Eine imaginäre Box voller Erinnerungen, aus der er auch den unbeschwerten Singalong-Ohrwurm „Nur die Musik“ zutage fördert – JORIS` Tributsong an den Soundtrack seines Lebens. An all die Lieblingskünstlerinnen und – künstler, die magischen Töne und Zwischentöne, die ihn bisher verlässlich durch sämtliche Höhen und Tiefen begleitet haben. Nach dem getragenen Klassik-Interlude „- pt 1 – Aurora“, einer atmosphärischen Hommage an den Sonnenaufgang, geht das Album mit treibenden Beats dem „Untergang“ entgegen: Einem augenzwinkernden Partytrack, den JORIS allen Außenseitern, Unangepassten und sonstigen Antihelden gewidmet hat. Ein Club, dem er und seine selbstgewählte Unkool & The Gang als Teenies selbst angehörten. Zur Afterhour gibt’s dann entspannt-groovende Feelgood-Vibes mit dem zurückgelehnten „No Drama Song“ und der überraschten Frage, „wann genau man eigentlich so furchtbar ernst und erwachsen geworden ist“, wie JORIS erklärt. Verdammt.

Eine doch wohl unvermeidliche Entwicklung, die sich mit dem nachdenklichen Duett „Home Again (feat. Lotte)“ fortsetzt: Dem irgendwie seltsam wohligen Gefühl, das ständige Fernweh so langsam zu besiegen und zum ersten Mal bei einem anderen Menschen anzukommen. Klingt gut, währt jedoch nicht allzu lange: Zeitsprung zurück nach „2017“ – das Jahr, in dem JORIS` Langzeitbeziehung in die Brüche geht. Eine Wunde, die er heute mit fragilen Rhythmen, Gitarre und Stimme wieder aufreißt. Herz in Flammen und ein Hirn, das um die ständige Frage kreist: „Sind wir bereit uns aufzugeben?“ Mit „Steine“ folgt einer der wichtigsten Key-Tracks des Albums. Sanft, aber auch brutal ehrlich: „Ich kann nicht für dich fallen, aber ich kann dich auffangen.“ Wer sagt eigentlich, dass Popsongs immer ein Happy End haben müssen? JORIS ist ein Freund deutlicher Worte; auch wenn´s wehtut. Viele Lieder gaukeln uns vor, es wäre möglich, unseren Liebsten den Schmerz zu nehmen. Nicht wirklich, in JORIS` Augen. Dafür aber Nähe, Trost und Verständnis als Erste Hilfe und Langzeittherapie. Hauptsache, man lässt sich nicht los. Denn manchmal liegen Freud und Leid extrem nah beieinander, wie er auch auf dem vor positiver Energie nur so strotzenden Titeltrack von „Willkommen Goodbye“ demonstriert. Die eigentliche Botschaft des Albums.

„Es wird immer Zeiten geben, die einen vor unbekannte Herausforderungen stellen“, so JORIS. „Das spüren wir aktuell mehr denn je. Doch das sind die Momente, in denen man wächst, neue Facetten an sich entdeckt und seinen Horizont erweitert. Das Leben hält von Zeit zu Zeit immer wieder wunderschöne Überraschungen bereit. Das große Kunststück ist, niemals die Hoffnung zu verlieren.“ Mit „- pt 2 – Nachtmusik“ folgt ein weiteres kopfkinohaftes Interlude . JORIS` Brücke zum großen Finale: „Game Over“. Pop trifft Pathos, um schließlich nach einem feierlichen Finish im Äther auszuklingen. Was passiert, wenn wir gehen? Was bleibt von uns, wenn der Vorhang zum letzten Mal gefallen ist? Eine Frage, die auch JORIS nicht eindeutig beantwortet, oder doch? Beim genauen Hinhören ist da vielleicht ein „Only Love“ zu erahnen. Man wird sehen. Bis dahin heißt es vorerst: Goodbye.

Das Album „Willkommen Goodbye“ erscheint am 16.04.2021. Im Frühjahr 2021 ist JORIS in der kommenden Staffel von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ (VOX) zu erleben, bevor er im ersten Quartal 2022 auf ausgedehnte Deutschland-Tournee gehen wird, um die neuen Stücke erstmalig live vorzustellen.

SPEISEN UND GETRÄNKE DÜRFEN SELBST MITGEBRACHT WERDEN!
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