30 Jahre REINIGUNGSGESELLSCHAFT und weitere künstlerische Positionen der Handlungskunst
Handlungskunst setzt nicht auf das fertige Werk, sondern auf Wirkung, Beteiligung und Wandel: ein Tun im Sozialraum, zusammen mit Menschen. So wird die Motorenhalle Präsentationsort eines Golfclubs. Die erste internationale Zeitung in Deutschland (erschienen in Dresden) ist als Neuauflage zu sehen. Zu hören sind die Gedanken von Mädchen, wenn man ihnen ernsthaft zuhören.
Das Mobiliar einer Eisdiele berichtet davon, wie und warum es für die Nachbarschaft ein Kulturprogramm gestaltet hat. Streifzüge durch Schönefeld (Leipzig) kommen in der Ausstellung an. Es ist zu erfahren, warum ein Bus auch zum Diskussionsort für die Zukunft einer Stadt wird. Zur Handlungskunst gehört auch die kritische (Selbst)-Befragung des künstlerischen Schaffens: Für welche Öffentlichkeiten arbeiten Künstler:innen heute? Und in welchem Verhältnis stehen sie zu den Strukturen und Machtverhältnissen des Kunstfeldes?
Anlass ist das 30-jährige Bestehen der in Dresden gegründeten Projektgruppe REINIGUNGSGESELLSCHAFT, Pionierin der Handlungskunst. Zu sehen ist keine Rückschau allein. Neben einer Auswahl zentraler Arbeiten der letzten drei Jahrzehnte sind weitere Künstler:innen eingeladen mit Positionen, die inhaltlich und methodisch als Wahlverwandtschaft zur REINIGUNGSGESELLSCHAFT verstanden werden können. Im Jubiläumsjahr finden zudem weitere Aktionen der REINIGUNGSGESELLSCHAFT statt, in kooperativer Zusammenarbeit mit weiteren Künstler:innen und Bewohner:innen unter der Leitfrage: Lässt sich die »Blechlawine« noch aufhalten? Verhandelt werden Nutzungskonflikte im öffentlichen Verkehrsraum.