Hackedepicciotto
hackedepicciotto verbrachten die letzten 14 Jahre als Nomaden auf Weltreise, immer auf der Suche nach einer neuen Heimat. Dank eines glücklichen Zufalls und eines großzügigen Förderers haben sie sich nun am Stadtrand von Berlin niedergelassen. „Es war ein unerwartetes Ende unserer Reise, aber ein wunderschöner neuer Abschnitt für unsere Kreativität.“ Ihr neues Album „Lichtung“ handelt von ihrem neuen Zuhause, das gleichzeitig ihre alte Heimatstadt ist. „Wir haben im Grunde einen Kreis geschlossen und sind wieder da, wo wir angefangen haben. Doch die Veränderung in uns ist enorm, und wir sehen Berlin mit ganz anderen Augen.“ Klanglich ist der typische hackedepicciotto-Drone nach wie vor präsent, wurde aber durch elektronische Klänge, mehr Harmoniegesang und Klaviermelodien bereichert. Danielle, die die meisten ihrer Texte geschrieben hat, entschied: „Da wir wieder in Deutschland sind, dachte ich, es sei an der Zeit, diese Sprache auch stärker in unsere Arbeit einzubinden. Deshalb sind die meisten Texte diesmal auf Deutsch.“ Die Show wird auf dieser Tour auch von Danielles neuen Live-Visuals begleitet. Außerdem werden sie einige ihrer anderen Stücke auf Englisch spielen.
Seit über 20 Jahren entwickeln und verfeinern Alexander Hacke (ehemals Einstürzende Neubauten) und die Künstlerin, Musikerin und Filmemacherin Danielle de Picciotto (Mitbegründerin der Love Parade) gemeinsam eine symbiotische Arbeitsweise. Tiefgründige Intuition und eine kreative Gleichberechtigung ermöglichen beiden Künstlern die Freiheit, zu experimentieren und sich weiterzuentwickeln. Jeder von ihnen war von Anfang an ein Pionier. Alexander Hacke begann Anfang der 80er-Jahre mit 14 Jahren mit Kassettenloops zu experimentieren und schloss sich später Einstürzende Neubauten an, um Musik zu schaffen, die Generationen von Musikern beeinflussen sollte. Danielle de Picciotto, fasziniert von der frühen elektronischen Tanzmusik, gründete 1989 die Berliner Love Parade und tat sich später mit Gudrun Gut zusammen, um eine ihrer Zeit weit vorausgeeilte, feminine Version elektronischer Musik zu kreieren. 2001 begannen Hacke und de Picciotto ihre Zusammenarbeit und schufen das, was das Duo selbst als Symphonic Drone bezeichnet: eine Mischung aus Industrial-Beats, elektronischen Klängen mit klassischen Harmonien und Melodien, angereichert mit Kehlkopfgesang, Drehleier und gesprochenem Wort. Daniel Miller von Mute beschreibt ihre Musik als „ein eigenes Genre, etwas Neues und sehr Faszinierendes“. Vergleichbar mit einer modernen, musikalischen Version von Bonnie und Clyde, eilen sie von Konzert zu Konzert und veröffentlichen Alben in rasantem Tempo.
Kathryn Mohr
Die Musik der in Oakland lebenden Künstlerin Kathryn Mohr bewegt sich in einem Grenzbereich auditiver Dissoziation. Inspiriert von verlorenen Gegenständen, die an den Ufern der San Francisco Bay angespült werden, beschäftigt sich Mohrs Kunst mit der Vergänglichkeit des Menschseins, der Verzerrung von Erinnerungen und der Frage, wie Traumata die Wahrnehmung der Welt verändern.
Dabei verschlägt es sie an die entlegensten Orte, an denen sie mit sich und der rauen Umgebung in Zwiesprache geht, um das Paradoxon aus der Gewalt und dem Schrecken der menschlichen Natur und der fernen, jenseitigen und friedlichen Landschaft für sich begreiflich zu machen. Ihr 2025er Album „Waiting Room“ entstand in den Mauern einer stillgelegten Fischfabrik im isländischen Fischerdorf Stöðvarfjörður, zur Arbeit an ihrem gerade frisch erschienen vierten Album „Carve“ verschlug es sie mit einem Wohnwagen in die Mojave-Wüste.
Kathryn Mohr’s Musik erscheint auf The Flenser, dem Label um Künstler*inne wie Have A Nice Life, Chat Pile oder Ragana. Sie erfuhr von Beginn an künstlerischen und produktionstechnischen Support von ihrer langzeitigen Weg- und Labelgefährtin Madeline Johnston a.k.a. Midwife und ihr aktuelles Album wurde von Richard Chowenhill von der Band Agriculture produziert. Sie reiht sich dort in ein Kollektiv von Künstler*innen ein, die mit ihrer sensiblen und emotionalen Verarbeitung des alltäglichen Wahnsinns künstlerisch neue Maßstäbe setzen.