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29. Sep
( Literatur )
Literatur Jetzt! Menschen ohne Humor sind mir schrecklich
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Anne-Dore Krohn und Denis Scheck feiern Theodor Fontane - Eine literarische Revue

Am 30. Dezember 2019 begeht die literarische Republik Theodor Fontanes 200. Geburtstag, die Jubelfeierlichkeiten haben längst begonnen; mehr Fontane war nie! Auch die Literaturkritiker Anne-Dore Krohn und Denis Scheck feiern Theodor Fontane, reduzieren ihn aber nicht auf den Verfasser heute harmloser Geschichten von Herzeleid und Ehebruch im alten Preußen. Fontanes Ziel lag weit höher: Er liefert in seinen Büchern einen Spiegel der politischen und gesellschaftlichen Kräfte seiner Zeit und Gesellschaft. Und er erfindet dafür Figuren, so lebensnah und psychologisch glaubwürdig, dass sie einen ein Leserleben lang begleiten: Effi Briest und Dubslav von Stechlin zum Beispiel, oder Jenny Treibel oder Schach von Wuthenow. In ihrer literarischen Revue zeigen Krohn und Scheck Fontane in seiner Komplexität und seinen Widersprüchen: den Barrikadenkämpfer von 1848 und den Wendehals wenige Jahre später, der sich als „Fronarbeiter mit dem Geiste“ bei der erzreaktionären Kreuzzeitung verdingt und im Auftrag der preußischen Regierung als Journalist getarnt in London „Fake news“ produziert. Den Fontane, der seine geistreiche Frau Emilie und sämtliche Familienmitglieder in seinen „Romanschriftstellerladen“ einspannt, genau wie den Balladendichter und den Militärschriftsteller, nicht zu vergessen den Wanderer in Schottland und der Mark Brandenburg. Auch der Antisemitismus des alten Fontane wird thematisiert –  und die am Ende des Zweiten Weltkriegs verlorenen Manuskripte Fontanes, die so etwas wie das Bernsteinzimmer der deutschen Literaturgeschichte darstellen.
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