Drei starke Persönlichkeiten der internationalen Improvisationsszene treffen hier erstmals als Trio aufeinander: MATS GUSTAFSSON, OREN AMBARCHI und ALF JACKSON.
Der schwedische Saxofonist Mats Gustafsson ist seit Jahrzehnten eine prägende Figur zwischen Free Jazz, Noise und experimenteller Rockmusik. Mit seinem kraftvollen, oft eruptiven Spiel, geprägt von Zirkularatmung, erweiterten Spieltechniken und einer unverkennbaren physischen Präsenz, hat er Projekte wie Fire! oder Kooperationen mit Größen von Sonic Youth bis Peter Brötzmann entscheidend mitgestaltet.
Oren Ambarchi aus Australien nähert sich der Gitarre dagegen aus einer ganz eigenen Perspektive: weniger als klassisches Melodieinstrument, sondern als Quelle von Texturen, Schwingungen und elektroakustischen Phänomenen. Mit subtilen Feedback-Schleifen, perkussiven Patterns und minimalistischen Strukturen bewegt sich sein Spiel zwischen Drone, Minimal Music und freier Improvisation. Seine langjährige Zusammenarbeit mit Künstler:innen wie Keiji Haino, Jim O'Rourke oder John Zorn unterstreicht seine stilistische Offenheit. Der tasmanische Drummer Alf Jackson bringt eine ebenso physische wie organische Energie ein. Seine Spielweise ist stark von Naturprozessen inspiriert: pulsierend, unvorhersehbar und intensiv. Jackson versteht das Drumset als Resonanzkörper, den er bis an seine Grenzen ausreizt – mit repetitiven Bewegungen, eruptiven Ausbrüchen und einer fast tranceartigen Ausdauer. Gemeinsam entsteht ein Klangkörper, der Gegensätze produktiv macht: Gustafssons rohe Expressivität trifft auf Ambarchis fein austarierte Klangflächen, während Jackson beide Pole rhythmisch erdet und zugleich aufbricht.
Ein Blick auf die Vielzahl an Projekten, an denen diese drei Ausnahmemusiker beteiligt waren, lässt erwarten, dass uns auch in dieser Konstellation eine offene, hochdynamische Improvisationsmusik begegnet – dicht und druckvoll, zugleich aber immer wieder von Momenten fragiler Ruhe durchzogen.
Odd Beholder ist das Electro Wave / Indie Pop – Projekt der Schweizer Musikerin Daniela Weinmann, mit dem sie präzise und lakonisch die Merkwürdigkeiten, Schatten und Missverständnisse unserer Zeit protokolliert. Weinmann erzählt von Entfremdung und Eskapismus, von Emanzipation und dem Blick auf eine mögliche bessere Welt. Ihre Version umarmender, dunkler Popmusik setzt sich mit unangenehmen Tatsachen auseinander, um gleichzeitig Trost zu spenden.Auf dem neuen Konzept-Album „Honest Work„, das am 22. Mai 2026 erscheinen wird, erzählen zehn Songs Geschichten aus dem Erwachsenenleben der arbeitenden Menschen der Mittel- und Unterschicht. Diese machen Nachtschichten im Spital, pumpen sich Muttermilch in Lagerräumen ab, fragen sich, ob sie sich Ritalin verschreiben lassen sollen, werden vom Chef ins Büro zitiert, weil sie die falschen Kleider tragen und machen einen Tag blau, um barfuss an einen See zuwandeln.