18:0018:30
27. Okt
( Literatur )
Räume der Freiheit und des Rückzugs
  • Lesung
  • Eintritt frei
Lesung aus Texten jüdischer Autor*innen der DDR

In den 1970er Jahren formierten sich in der DDR und der Sowjetunion Kreise kritischer Künstler*innen und Intellektueller, die in privaten Wohnungen und Ateliers eine lebendige Gegenkultur zur staatlichen Restriktion schufen. In Wolf Biermanns Wohnung in Berlin wurde Musik gemacht, gefeiert und gelesen. An „Mischkas“ Küchentisch in Moskau saßen Dichter*innen und Disident*innen, wurde verbotene Literatur abgetippt und weiterverbreitet. Der staatlichen Propaganda setzten sie Erinnerung und offenen Austausch entgegen. In ihrem Buch „Mischka“ erzählt Barbara Honigmann davon. Sie rekonstruiert das Leben und Überleben der jüdisch-kommunistischen Freund*innen ihrer Eltern sowie ihren eigenen politischen und kulturellen Bildungsweg.

Die Lesung präsentiert Auszüge aus dem Buch sowie weitere Texte jüdischer Autor*innen der DDR. Über Hoffnungen und Enttäuschungen der jüdischen Remigrant*innen nach der Shoa und die Suche nach einem eigenen, kritischen Weg ihrer Kinder folgen die Texte einem motivischen Faden: dem privaten Raum als Ort des Rückzugs und des Widerstands. 

Im Anschluss unterhalten sich Sandra Anusiewicz-Baer und Marko Martin ausgehend von Motiven der Lesung über ihre eigene Erfahrung in der DDR, Möglichkeiten von Freiräumen im Autoritären und Verbindungslinien in die Gegenwart.
19:0020:00
27. Okt
( Konzert )
Dagobert
Dagobert, der melancholische Crooner aus den Schweizer Bergen, meldet sich mit neuem Album zurück. Lukas Jäger, wie er mit bürgerlichen Namen heißt, zog es vor mehr als einem Jahrzehnt ins bunte Treiben der Metropole Berlin, um da sein Glück zu finden. Ihm kam das echte Leben mit allen Wirrungen und Irrungen der Liebe in den Weg, die seither der unerschöpfliche Quell seines Schaffens wurden. Dagoberts Musik wagt die Verknüpfung von 80s-Revival-Popmusik mit deutsch-schweizerischer Schlagermusik, er selbst neigt zur großen Geste und die meisten seiner Songs handeln von Liebe und Sehnsucht. Ähnlich theatralisch und mit bestechend trockenem Humor inszeniert der Schweizer Sänger diese Themen. In seinen Videos entwirft sich Dagobert als ureigene Kunstfigur irgendwo zwischen David Bowie, Falco und einem Charakter aus einem Gedicht von Joseph von Eichendorff. Auf seinen zurückliegenden Alben arbeitete er bereits mit so höchst unterschiedlichen Leuten wie Mille Petrozza (KREATOR), Konstantin Gropper (GET WELL SOON), Blixa Bargeld oder Casper zusammen, und erbrachte damit den beindruckenden Nachweis dafür, das stilistische Grenzen für ihn Schall und Rauch sind. 

Auf seinem mittlerweile achten Studioalbum "Rama Kalala“, dass er anlässlich des Releases auch live in Stage mit seiner Band präsentieren wird, fokussiert sich der Schweizer Pop-Innovator auf seine Kernkompetenz: das Liebeslied. Und geliebt wird viel auf “Rama Kalala”, so viel, dass man zwischendurch erröten möchte ob all der ehrlichen Gefühle, von denen man in diesen 34 Minuten so berührt wird, dass sie wie eine warme Umarmung wirken. Die Zusammenarbeit mit der Schweizer Jazzlegende Christoph Gallio, der mit seinem Saxophonspiel auch traurigen Texten eine beschwinget Leichtigkeit beisteuert, und dem Produzenten Konrad Bechter, der Dagoberts Lieder so ungemein intim und reduziert inszeniert, schenken dem Werk eine bezaubernde Aura. Es lässt auch den Einfluss von Alice Coltranes hinduistischem Spätwerk durchblicken, das in Form von sphärischen Synths, mantraartigen Chören und der Reduktion von Rhythmuselementen auf Tamburin und Hand Claps immer präsent ist, und damit ganz nebenbei auch den Albumtitel erklärt. 

Insgesamt ist “Rama Kalala” von einem sympathischen Lo-Fi-Indie-Sound durchzogen, der die Emotionalität von Dagoberts Texten wunderschön transportiert. Ein Liebeslied der besonders eindrücklichen Art widmet Dagobert seiner dementen Mutter und findet auch in dieser Situation Worte, die wie ein Pflaster für die Seele wirken: “Du hast die Vernunft nun übewunden / Und brauchst keine Sprache mehr / Du hast die Liebe gefunden / Dein Fluss mündet nun ins Meer”.
19:0020:00
27. Okt
( Konzert )
Super Jet Kinoko
  • Super Jet Kinoko (JAP)
  • VVK 24,20
SUPER JET KINOKO aus Osaka, Japan nennen ihren ekstatischen Sound „New Wave Mushroom Trance“. Was einer gewissen Untertreibung gleichkommt. Ihre hochexplosiven, atemberaubenden Live-Auftritte sind wildverrückt, exzentrisch und chaotisch. Scheinen den Raum um sie herum komplett zu verschlingen. Die pure „Ee-ya-naika“-Energie, wie sie in Japan sagen.
19:0020:00
27. Okt
( Konzert )
Hania Derej Trio + 1
  • Hania Derej Trio
  • Jazz, Electronic, Neo Classic
  • VVK 27,-
Bei HANIA DEREJ kommt man schnell ins Staunen: Beeindruckt einen zuerst die schwindelerregende Zahl an Auszeichnungen oder doch die spielerische Selbstverständlichkeit, mit der sie unterschiedlichste musikalische Stile miteinander verwebt? Ganz leichtfüßig bewegt sich die junge Polin zwischen illustrativer Musik, Jazz, Kammermusik, Film und Elektronik. Das spiegelt sich auch im Sound ihres Trios wider: elektronisch gefärbter Jazz mit neoklassischen Einschlägen, zarte Melodien neben hoher Intensität, starke Emotionen neben ostinaten Figuren und repetitiven Strukturen. Musik, die gleichzeitig treibt, berührt und überrascht.
Diese außergewöhnlich junge Künstlerin (Jahrgang 2005!) hat die polnische Musikszene im Sturm erobert und begeistert längst Publikum weit über das Jazzmilieu hinaus. Als Pianistin, Komponistin, Dirigentin und Produzentin elektronischer Musik zeigt sie eine unermüdliche Neugier für verschiedenste musikalische Ästhetiken. Sie studiert symphonisches Dirigieren an der Musikakademie Krakau sowie Jazzkomposition und Arrangement am Conservatorium van Amsterdam. 2025 wurde sie in der Sanki Umfrage der Gazeta Wyborcza als "Neue Hoffnung der polnischen Musik" ausgezeichnet.

Dass ihr Tempo hoch ist, zeigt ein Blick auf ihre Vita: Preise bei Jazz Talents Zakopane 2025, dem Ladies’ Jazz Festival in Gdynia und dem FAMA Festival, dazu die Auszeichnung als „Junge Komponistin des Jahres“ des Polnischen Komponistenverbands. Und das alles mit gerade einmal 21 Jahren – bei über 130 eigenen Kompositionen und acht veröffentlichten Alben.
Ihr Trio entstand nach einer zufälligen Begegnung beim Kraków Film Festival und markiert ein neues Kapitel in ihrem Schaffen: Jazzkompositionen in einem feineren, neoklassischen Gewand, durchzogen von filmischen Harmonien. Nach ihrer jüngsten Mexiko-Tour arbeitet die Band auf die Veröffentlichung ihres Debütalbums hin, das im September 2026 beim niederländischen Label ZenneZ Records erscheint und von inneren Kämpfen, vom ständigen Wettlauf mit sich selbst, von Dilemmata, Höhen und Tiefen erzählt – kurz: vom ganz normalen Ausnahmezustand des Lebens.

Mit ihr auf der Bühne stehen Mateusz Szewczyk, Kontrabassist, Bassist und Arrangeur mit internationaler Erfahrung von Asien bis in den Nahen Osten, sowie Gniewomir Tomczyk, Schlagzeuger zwischen Jazz, Hybrid Drumming und Entertainment, Produzent und Pädagoge. Sein Debütalbum Event Horizon wurde vom Magazin Perkusista zu einem der "100 wichtigsten polnischen Alben für Schlagzeuger" gewählt.

Und obwohl HANIA DEREJ TRIO draufsteht, bleibt es nicht immer dabei. Einzelne Stücke öffnen sich bewusst für weitere Stimmen – oft Musikerinnen und Musiker aus der Region, in der das Ensemble gerade gastiert. So entstehen jedes Mal neue klangliche Konstellationen, die kulturelle und sprachliche Grenzen überwinden und zeigen, dass Vielfalt keine Zugabe, sondern Essenz ist.
19:0020:00
27. Okt
( Konzert )
Jeffrey Lewis & Los Bolts
  • Jeffrey Lewis & Los Bolts
    The Treats
  • Folk
  • VVK 24,20
Jeffrey Lewis and his various bandmates have perfected a scuzzy, urban style of indie-folk, developing from late-90s New York City bedroom tapes into a mighty 21st Century mash-up of folksy spiel and artsy garage, like Pete Seeger meeting Sonic Youth. A born and raised denizen of the Lower East Side, Lewis’s home recordings were discovered by Rough Trade Records in 2001 (famed label of The Smiths, The Strokes, Belle & Sebastian and more) while Lewis was briefly living in Austin, Texas. Since the 2001 release of his first official album “The Last Time I Did Acid I Went Insane and Other Favorites” on Rough Trade Records, Lewis has toured the world and released numerous acclaimed albums on Rough Trade and other labels. He’s built a worldwide fanbase while regularly changing band names, most recently recording as Jeffrey Lewis & The Voltage for Don Giovanni Records and Blang Records.

A list of the Jeffrey Lewis band’s sonic touchstones doesn’t look all that different from a list of the seminal acts Jeffrey has done gigs and tours with, like Daniel Johnston, Roky Erickson, The Fall, Stephen Malkmus & The Jicks, The Vaselines and The Mountain Goats. Rave reviews have come from just about every corner of the music world, including glowing reviews and/or multi-page features, in publications like Rolling Stone, The New York Times, Uncut, Mojo, NME and others, and praise from music stars like Ben Gibbard (Death Cab For Cutie), Will Oldham, Jarvis Cocker (Pulp), Laura Marling, Regina Spektor and the late David Berman (Silver Jews).
Jeffrey is also an illustrator, and has written/drawn over 15 issues of various comic book projects, mostly in his self-published series Fuff (2004-2020) followed by multiple issues of the new Jeffrey Lewis comic book series Statics.

On stage, as of 2025 Lewis is backed by collaborators Brent Cole (drums), Valerie Marchesi (bass) and Mallory Feuer (keys, violin), a lineup currently known as Jeffrey Lewis & The Voltage. The spectacular newest full-length album “The EVEN MORE Freewheelin’ Jeffrey Lewis” was recorded in Nashville, TN with producer Roger Moutenot (Yo La Tengo, Sleater-Kinney) and released March 21, 2025, on Don Giovanni Records (USA/Canada) and Blang Records. Jeffrey released five albums exclusively on Bandcamp during the years of 2020-2021-2022-2023, as well as a 2022 collection of previously unstreamable studio outtakes and B-sides (called “Asides and B-Sides”) for streaming only (on Spotify, etc).

Still based on Manhattan’s Lower East Side, the year 2025 sees no signs of creative slowdown for Jeffrey Lewis & The Voltage, with more tour dates being added to the calendar in the USA, UK and Europe and new comic book projects nearing completion. Live gigs continue to incorporate Jeffrey’s narrative folk acoustics and garage indie-pop wig-outs, as well as the occasional inclusion of Jeffrey’s multi-media full-color illustrated/sung histories and fantasies (some of which have been featured on History.com).
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