15:3016:00
10. Nov
( Diskussion / Vortrag )
Be Reel: Social Media & Content Creation für Musiker:innen
  • Anne C. Obendorf-Brantin
  • VVK 15,-
TikTok, Instagram und Co. gehören längst zum festen Werkzeugkasten von Musikschaffenden. Sie helfen dabei, Fans zu erreichen, für die eigene Musik zu begeistern und Menschen auf Konzerte aufmerksam zu machen. Gleichzeitig folgen die Plattformen eigenen Logiken, die darüber entscheiden, welcher Content sichtbar wird und wo er am besten funktioniert.

Der Workshop vermittelt anhand konkreter Praxisbeispiele, wie Musiker:innen Social Media strategisch und mit Freude nutzen können und wie sich die Plattformen sinnvoll in den eigenen künstlerischen Alltag integrieren lassen. Ein besonderer Fokus liegt auf TikTok, aktuellen Trends und der Frage, wie viel „Perfektion“ Content wirklich braucht, bevor er veröffentlicht wird.

Darum geht’s konkret:
Wie ticken die Plattformen wirklich?
Welche Inhalte funktionieren für Musik-Inhalte?
TikTok: Trends, Formate, Chancen
Perfektion vs. Posting-Realität
Wie baue ich Content in meinen Alltag ein?
Was bringt wirklich Reichweite?

Die POP Kompass Workshop-Reihe richtet sich an alle, die in Sachsen Musik machen, einen Release planen und sich in der Branche bewegen. In diversen Workshops werden wichtige Fragen rund um das Thema Vermarktung und Professionalisierung im Musikbereich behandelt: Wie baue ich eine Community auf? Wie funktioniert eigentlich Merchandising? Und wie komme ich auf Social Media und darüber hinaus zu mehr Fans?

Anne C. Obendorf-Brantin
Anne C. Obendorf-Brantin ist Creative Producerin mit journalistischem Background und umfassender Social-Media-Expertise. Sie produzierte Inhalte mit Persönlichkeiten wie Hazel Brugger, Nico Rosberg, Mike Heiter und Paco Herb sowie für Marken wie PENNY Deutschland, fraenk, NABU und Orangina. Nach Stationen bei ARD, KiKA und YouTube wechselte sie 2022 ins Influencer-Marketing. Seit 2023 entwickelt und realisiert sie bei charles & charlotte Kampagnen und YouTube-Produktionen – mit einem Gespür für Trends, starke Inhalte und deren erfolgreiche Umsetzung. Ab November 2026 wird sie ihre Expertise bei BDX Media einbringen.
18:00
10. Nov
( Diskussion / Vortrag )
Antisemitismus und postkoloniale Theorie
  • Ingo Elbe
  • Eintritt frei
Der „progressive“ Angriff auf Israel, Judentum und Holocausterinnerung

Die im akademischen und kulturellen Bereich inzwischen vielfach tonangebenden Postcolonial Studies werden von dem Gedanken geleitet, dass sich koloniale Spuren im Wissenssystem und in den sozialen Strukturen von Gesellschaften auch nach dem Ende der formalen Kolonialherrschaft finden. Sie beanspruchen zudem, mit dem Prinzip der „Kolonialität“ einen Schlüssel zum Verständnis von Judentum, Zionismus und Shoah gefunden zu haben.

Der Vortrag klärt über die theoretischen Verzerrungen auf, die dadurch entstehen: die begriffliche Auflösung des Antisemitismus in Rassismus, die Relativierung des Holocaust zum Kolonialverbrechen, die Dämonisierung Israels und die Ausblendung des islamischen und arabischen Antisemitismus.

Der Vortrag thematisiert auch die politischen Konsequenzen dieses Diskurses, die sich in Deutschland vor allem in der sogenannten Mbembe-Debatte, dem „Historikerstreit 2.0.“ sowie der documenta fifteen gezeigt haben und seit dem Massaker der Hamas vom 7. Oktober 2023 weltweit die Gestalt einer beispiellosen Welle des ‚progressiven‘ Hasses auf Israel annehmen. Es wird der Frage nachgegangen, wie es möglich wurde, dass an westlichen Elite-Universitäten inzwischen angesehene Intellektuelle das Massaker der Hamas als Befreiungsakt feiern und Studenten offen zum Mord an Zionisten aufrufen.

Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent am Institut für Philosophie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Letzte Publikationen u.a.: Postcolonialism, Antisemitism, and Israel: The ‘Progressive’ Attack on the Jewish State and Holocaust Memory. In: I. Ritzer (Hg.): On the Critique of Identity. Stuttgart 2024. „By Any Means Necessary” – Authoritarianism and the Potential for Violence in Anti-Zionist Postcolonial Discourse. In: Israel Journal of Foreign Affairs, July 2025. „Postmoderner Wahn in Historyland“. Die Rückkehr der Götter in Dipesh Chakrabartys postkolonialer Theorie. In: Aufklärung und Kritik. 1/2026. Aktuelles Buch: Antisemitismus und postkoloniale Theorie. Der „progressive“ Angriff auf Israel, Judentum und Holocausterinnerung. 3. Aufl. Berlin 2025. Online-Texte unter: https://uol.de/philosophie/pd-dr-ingo-elbe/publikationen
18:3019:00
10. Nov
( Konzert )
Drei auf Eins: Vnímání – sinnliches Wahrnehmen
  • Duo Stock–Wettin
    Lisa & Stolte
  • VVK 9,-
Was passiert, wenn Sprache aufhört zu bedeuten – und anfängt zu klingen? Im Konzert des Duo Stock – Wettin und der Übersetzerin Martina Lisa wird der Klang des Tschechischen jenseits des Verstehens erkundet: Sprachmelodie, Rhythmus, Klanggestalt. Teil des Programmes ist eine Uraufführung des Dresdner Komponisten Friedemann Stolte, der sich in seinem Werk auf Texte aus dem aktuellen Gedichtband „Und ich sah mein Gesicht” (Voland & Quist, 2026) von Petr Hruška (Träger des Dresdner Lyrikpreises) bezieht, die Martina Lisa übersetzt und nachgedichtet hat.

Das Duo Stock – Wettin lädt im Rahmen seiner Reihe „Drei auf Eins” regelmäßig einen Gast ein, um neue Musik einem breiten Publikum nahezubringen. Dabei geht es herzlich und familiär zu, man darf zuhören, diskutieren, Wein trinken, Fragen stellen, mitmachen…
19:0020:00
10. Nov
( Konzert )
Ikan Hyu - Swim With Sharks Tour
Die explosiven Live Shows von IKAN HYU sind aus der Europäischen Musiklandschaft nicht mehr wegzudenken. Die Art und Weise wie sie zu zweit die Wucht einer ‘ganzen Band’ erschaffen, ist so einzigartig wie der Sound, der dabei entsteht: frei, glitchy, schön, tiefgründig und unberechenbar. Die beiden Frontfrauen spielen je bis zu drei Instrumente gleichzeitig – bei Hannah sind es akustische und elektronische Drum-Elemente, ein Kaossilator und ein Synth-Bass, bei Anisa ein Drumpad und ein selber designter E-Gitarre/Keyboard Hybrid, damit sie gleichzeitig Gitarre und Bass spielen kann. Dazu singen beide abwechselnd oder zusammen. Ergänzt durch Artworks, Merchandise-Artikel, Lichtelemente und Bühnenoutfits, alles DIY, erschafft das Duo ein ganzes Universum.

All the fishes in the sea, get away cuz here comes she: IKAN HYU.
20:00
10. Nov
( Konzert )
Dienstagssalon: Brezel Göring & Psychoanalyse
  • Brezel Göring & Psychoanalyse
    Max Rademann
  • VVK 20,60
Der allseits beliebte und immer wieder spannende Dienstagssalon macht von Hellerau einen Ausflug ins Societaetstheater. Und für die Premiere bei uns haben wir den grandiosen Brezel Göring eingeladen, der den meisten als die Hälfte der legendären Punk-Pop-Band Stereo Total bekannt sein dürfte. Gemeinsam mit der 2021 zu früh verstorbenen Sängerin Françoise Cactus verschönerte er die Popwelt mit Songs wie »Liebe zu dritt«, »Schön von hinten«, »Küsse aus der Hölle der Musik« oder »Ich bin der Stricherjunge«. Außerdem ist Brezel auch Musikproduzent, Hörspielkomponist und Autor. Und vor allem macht er auch weiterhin ganz tolle Musik. Talkmaster Max Rademann sollte mittlerweile vielen bekannt sein durch seine langjährige Arbeit mit dem Animationskünstler Jens Rosemann, als Teil des Dresdner Poetry-Kombinats »Sax Royal« oder als stiller Karikaturist beim ein oder anderen Happening. Der stolze Erzgebirger lädt regelmäßig bekannte wie unbekannte Musiker*innen zum Dienstagssalon ein, um sie in entspannter Atmosphäre musikalisch und im lockeren Gespräch dem geneigten Publikum zu präsentieren.

Brezel Göring – die Grand Dame des Berliner Chansons bzw. des Chansons Kaputt, die funkelnde Punkprinzessin Kreuzbergs, die mit Glamour und anarchistischem Humor wie eine Flipperkugel an jeder musikalischen Erwartungshaltung abprallt – wechselt spielerisch und meisterhaft zwischen unzähligen Genres und saust ungebremst von einer Attraktion zur nächsten!

Die neue Platte von Brezel Göring & Psychoanalyse mit Namen »Friedhof der Moral« erschien 2024 auf seinem eigenen Label. Wo auf dem Vorgängeralbum Psychoanalyse Volume 2 Fragenzeichen den Plattenrücken zierten, müssten es hier eigentlich Ausrufezeichen tun, denn die Platte hat Schmiss, ist mitreißend, temporeich, macht gute Laune, ist sehr verspielt und extrem facettenreich. Vor allem ist sie extrem. Thematisch, lyrisch und musikalisch. Es finden sich Referenzen zu Klassik, japanischen Blues, Diskomusik, Punk, Hiphop und natürlich französischen Chansons. Friedhof der Moral ist ein musikalisches Feuerwerk, sprachgewaltig, voller filmischer Kurzszenen und bringt unsere Synapsen zum Glühen.
Begeistert begeben wir uns auf die rasante Reise ins musikalische Universum von Brezel Göring – es ist eine unbändige, wilde und grenzenlose Reise. Gleich zu Beginn fliegen wir durchs All, durchqueren das komplette Planetensystem, fahren später über Italien, Frankreich und Griechenland direkt nach Tschernobyl, machen Halt im Stundenhotel, bleiben doch lieber in Berlin, schwanken die (Kreuzberger) Oranienstraße lang und treben an der Straßenecke auf den Frühling, um dann wie ein Ufo über dieser beschissenen Stadt zu kreisen und schließlich setzt sich die Reise düster und melancholisch ins Jenseits fort … Es ist eine sehnsüchtige, sanfte Note, mit der die Platte endet und mit lieblichen Melodien und zartem Gesang ein Abschiedslied an Françoise Cactus erklingt.
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