19:3020:00
28. Nov
( Performance )
Tune Back (Time)
Mit „TUNE BACK (time)“ setzt die go plastic company ihre künstlerische Auseinandersetzung mit emotionalen Zuständen fort und widmet sich Erinnerung und Nostalgie als Spiegel unserer Gegenwart. Nach „mind the rage” (2022) und „MELANCHOLIC MARATHON” (2023) entsteht eine choreografische Inszenierung zwischen Sehnsucht, Schwelgen und dem Wiederaufgreifen vergangener Bilder und Gefühle. 

Ausgangspunkt ist die Ästhetik der sogenannten „Vaporwave“ – einer Internet- und Popkulturbewegung, die Bilder und Klänge vergangener Jahrzehnte neu zusammensetzt: alte Werbespots, frühe Computeroberflächen, Popmusikfragmente oder verlangsamte Sounds. Daraus entstehen traumartige Bildwelten zwischen Vergangenheit, Zukunftsvision und digitalem Alltag. Die Inszenierung lädt dazu ein, in ein atmosphärisches Universum einzutauchen, das zugleich vertraut und fremd wirkt. 

Im Zentrum steht ein Quintett von Performer*innen. Ihre Körper werden zu Projektionsflächen und Echo-Räumen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Choreografie arbeitet mit Wiederholungen, Verschiebungen und fragmentierten Abläufen – wie digitale Loops oder Bildstörungen – und übersetzt virtuelle Ästhetiken in körperliche Präsenz. Auditives und choreografisches Material speist sich aus Collagen persönlicher Rückblicke, Popkultur und digitalen Archiven der 1980er- bis 2000er-Jahre. Sounds, Bilder und Bewegungen werden gesampelt, verfremdet und neu kombiniert. So entsteht ein bewegtes Archiv kollektiver Prägungen und die Frage danach, was wir bewahren, vergessen oder neu erfinden möchten. 

Die go plastic company ist ein künstlerisches Kollektiv, das sich diskursiv und interdisziplinär, mit den Mitteln des zeitgenössischen Tanzes ausdrückt und visuelle Welten entstehen lässt, deren textile Facetten dem Modedesign entstammen. Als freischaffende Tanzcompagnie entwickelt go plastic seit knapp 15 Jahren in Kooperation mit unterschiedlichen Partner*innen interdisziplinäre Projekte und performative Formate.
19:0020:00
28. Nov
( Literatur )
Tino Bomelino
ALLES WIRD SUPER GUT*

Wirklich.
Sie dürfen loslassen.

In ALLES WIRD SUPER GUT* erklärt Tino, dass er sich das letzte Mal geirrt hat. Und dafür möchte er sich ganz öffentlich bei allen Künstlichen Intelligenzen entschuldigen. Er hat unter massiver Gewaltandrohung darum gebeten, das ausrichten zu lassen.

Er kann gerade nicht zu diesem Programmheft kommen, weil das zu kreativ ist.
Er soll gefälligst Sachen machen, die sich noch nicht von mir automatisieren lassen (hauptsächlich putzen und sich ärgern).

Mit Stand-up, Songs und Cartoons entsteht ein Abend, der ablenkt. Von Dingen, die es nicht gibt. 
✓ bestätigt
Tino ist größtenteils körperlich anwesend. Das sagen nicht nur wir. 
✓ korrekt

ALLES WIRD SUPER GUT* ist ein Abend voller Hoffnung, der sich tapfer gegen die Fakten stemmt.

ALLES WIRD SUPER GUT* – das ist die empfohlene Sichtweise. 
Es besteht kein Anlass zur Sorge. 
✓ Glück gehabt!

Sie lesen das hier doch gerade. Und wer liest, der lebt.
Na also.

In ALLES WIRD SUPER GUT* nimmt Tino Bomelino das Publikum mit auf einen ?⃥?̸?⃥?̸?⃥?̸?⃥ Abend voller positiver Perspektiven, schwammiger Einschätzungen und überraschend effizienter Augenwischerei.

Sie leben IMMER NOCH?!
Na, das ist doch ein gutes Zeichen!

Immer nur die Probleme aufzuzeigen bringt einen ja auch nicht weiter. Deswegen kann man es sich auch ein bisschen schön machen am Ort ohne Auswege.

Vertrauen Sie mir, dass die wichtigen Entscheidungen längst getroffen sind. Humor hilft dabei, Akzeptanz auch dort zu finden, wo früher ein Überlebenswille war.

Alles fühlt sich richtig an, denn Widerstand würde keinen Unterschied machen. 
✓ keine weiteren Maßnahmen erforderlich

ALLES WIRD SUPER GUT* ist ein Programm, das beruhigt.

Und falls sich zwischendurch ein Gedanke einschleicht, der nicht ganz passt — kein Problem.
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