Ein hauntologischer Essay gegen die Arbeit, die Familie und die Herrschaft der Zeit - Das Ende der Arbeit, die Aufhebung der Familie und die Abschaffung der Zeit treten in diesem Buch als verwandte, einander sogar bedingende Begehren auf. Sie alle drehen sich um das Ziel, der künstlichen Produktion von Gegenwart ein Ende zu setzen und vergangene Kämpfe in kollektiv bestimmte Zukünfte zu transformieren. Es ist 175 Jahre her, dass es erstmals beim Namen genannt wurde: das die Gegenwart heimsuchende, aus der Zukunft flüsternde Gespenst des Kommunismus. In den letzten Jahren tauchen wieder vermehrt solche Gespenster auf, die von radikal anderen Zukünften zu flüstern wissen. Sie erscheinen vor allem in Filmen, Romanen und künstlerischen Arbeiten, sind aber gar nicht so leicht zu erkennen, weil sie sich nicht an althergebrachte Formen des Spuks halten. Es braucht neue Werkzeuge, um sie aufzuspüren, mit ihnen ins Gespräch zu treten und herauszufinden, was sie uns über unsere Zeit, ihre Abschaffung und von möglichen anderen Zeiten berichten können. Der Essay Zeit abschaffen tritt mit Gespenstern der Gegenwart und der jüngsten Vergangenheit in einen solchen Dialog. Er sucht das Gespräch mit ihnen mit dem Ziel, ihr Flüstern nicht wie so oft als Drohung, sondern als Versprechen hörbar zu machen.
Christoph Theussl
Michael Bittner
Roman Israel
Max Rademann
Gesine Schäfer
Lesebühne
11,-
Der Frühling mag noch auf sich warten lassen, aber bei der Dresdner Lesebühne Sax Royal keimen die Ideen das ganze Jahr über und wachsen sich jeden Monat zu neuen Geschichten aus. Am 11. März präsentieren Michael Bittner, Roman Israel, Max Rademann und Gesine Schäfer auf der Bühne der Groove Station wieder, was ihren Hirnen in den vergangenen vier Wochen entsprossen ist. Erzählungen über ganz persönliche Abenteuer und Missgeschicke sind ebenso im Programm wie Reflexionen über die großen Fragen des Daseins und Pamphlete wider die allgegenwärtige Gesamtdummheit.
Als Gast hat sich die Lesebühne erstmals Christoph Theussl eingeladen. Christoph wurde 1976 im nördlichen Teil der östlichen Südweststeiermark geboren. Er ist Satiriker, diplomierter Schauspieler, Theater-, Lieder- und Projektemacher. Seit Herbst 2012 ist er das dritte Stammmitglied der Münchner Lesebühne „Schwabinger Schaumschläger“. Als Schauspieler und Musiker ist Theussl im gesamten deutschsprachigen Raum aktiv. 1998 erhielt er in Zürich den „Max-Reinhardt-Preis“ für Schauspiel. Als Liedermacher wurde er 2014 mit dem Förderpreis der Liederbestenliste, 2015 mit dem Förderpreis der Hanns-Seidel-Stiftung ausgezeichnet.
18:3019:00
11. Mär
( Diskussion / Vortrag )
Krisen, Kriege, Konkurrenz: Wo steht Deutschland in der neuen Weltordnung?
Dr. Christoph von Marschall (Der Tagesspiegel Berlin)
Eintritt frei
Tag für Tag prasseln Meldungen aus aller Welt auf die Bürger:innen ein: Doch was bedeuten diese Nachrichten konkret für unser Leben und unsere Zukunft? Dies ist immer schwerer zu erfassen. Als viertgrößte Wirtschaftsmacht der Erde hat Deutschland beträchtlichen Einfluss, als Exportland ist es zugleich besonders abhängig von der Weltlage. Oft stößt es noch schneller an die Grenzen seines Einflusses als die traditionellen Großmächte. Dreißig Jahre nach dem Triumph im Kalten Krieg werden die USA von internen Konflikten eingeholt. China tut sich schwer, die USA ökonomisch zu überholen und selbst zur Weltmacht Nr. 1 zu werden. Russland beschleunigt durch einen brutalen Krieg seinen Niedergang.
So die Analyse von Dr. Christoph von Marschall. Der renommierte Journalist und Historiker ist Diplomatischer Korrespondent der Chefredaktion des Tagesspiegels und Autor des Buchs „Wir verstehen die Welt nicht mehr“. In seinem Vortrag und der anschließenden Diskussion mit den Teilnehmer:innen ordnet er die aktuellen Nachrichten des Tages ein, erklärt ihre Bedeutung für Deutschland sowie die Hintergründe.
Psychlona wurde im Sommer 2016 in Bradford, England, gegründet und entstand aus den Überresten verschiedener Bands aus der Region. Ihr harter Sound ist von allem beeinflusst, was mit Punkrock, der kalifornischen Desert-Rock-Szene, Hardrock und Psychedelia der 60er/70er Jahre und so ziemlich allem dazwischen zu tun hat.
Psychlona hatte bereits das Glück, auf Festivals wie Psycho Las Vegas (USA), Desertfest London, Freak Valley Festival (DE), SonicBlast Fest (PT), Esbjerg Fuzztival (Dänemark), HRH Doom v Stoner (UK) und Hammerfest (UK) aufzutreten. Ihre Shows sind energiegeladen wie ein Varta-Häschen und mitreißend wie ein geplatztes Hai-Aquarium.
NUCLEAR PILLMACHINE gibt es seit 2014. Vorbild sind von Geburt an Fu Manchu und Queens Of The Stone Age. Neben diesen Klassikern stehen eigene Songs im Fokus der Truppe. Die Schublade "Stonerrock" wird dem Sound des 4-Takters dabei kaum gerecht - zwischen Garagenromantik und Punk-Attitüde bleibt keine Nische unberührt.
DON CAMILLO ist eine 2-Personen-Punkband aus Dresden. In den frühen 2000er Jahren gegründet, mischt DON CAMILLO handgemachte Riffs mit sozialkritischen Texten und einer gehörigen Portion Wut.
tangent mek ist ein offener Klangraum. Dicht und fragmentiert bewegen sich die Klangflächen und -strukturen fließend zwischen Noise, Drone und Spuren von Folk-Musikfragmenten, die eher vage Assoziationen bleiben. Anouck Genthon (Violine), Marina Tantanozi (Flöten) und Anna-Kaisa Meklin (Viola da Gamba) führen den Hörer sanft in die Klänge selbst und nutzen dabei die Erinnerung als Prozess und Forschungsmethode: In den vergangenen Jahren haben sie sich auf ihre Herkunftsländer konzentriert, spüren ihrem Klangboden nach und reaktivieren dessen Sprache immer wieder.
Water is the Sun ist die unausweichliche Vereinigung von Mkl Anderson (Drekka) und Adam Parks (Timber Rattle / Lightning White Bison). Gemeinsam präsentieren sie eine alchemistische Verschmelzung ihrer jeweiligen Hauptprojekte, die filmische und landschaftliche Klangtexturen hervorbringt, aus denen langsam psychedelische Pastorale und intonierte Ritualgesänge entstehen; eine Musik, die ebenso von den Andachtsgesängen von Westküsten-Kulten und Appalachen-Hymnen geprägt ist wie von der düsteren New-Age- und Ambient-Resonanz der experimentellen Szene, die beide Musiker seit vielen Jahren begleitet und unterstützt.